Kommunikation und das Unausgesprochene
- Johanna

- 7. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Unausgesprochene Gedanken verschwinden nicht einfach ins Nichts. Sie bleiben im Raum und wirken weiter, auch ohne ein einziges Wort. Zwischen Menschen wird dadurch etwas unklar.
Ihre Verbindung verändert sich. Dieser Vorgang ist für uns oft nicht greifbar. Nur so ein vages Gefühl, dass da eben etwas passiert ist. Oft sprechen wir genau das nicht aus und beim weiteren Austausch von Worten bleibt es wie ein leiser Schleier im Raum.
Im Körper zeigt sich dieser Moment oft schnell und wir ignorieren ihn, versuchen ihn zu übersehen, nur nicht so viel Beachtung schenken, das könnte uns schwach und irritiert fühlen lassen. Wir lernen, schon früh, in Familie, Kita oder Schule, dass etwas anderes jetzt wichtig ist. Der Andere, das Drumherum. In uns macht sich dann nur eine kleine Enge, eine Spannung oder eine Unruhe leise breit. Das ist einfach ein Zeichen dafür, dass innerlich etwas keinen Platz bekommen hat, keine Wertschätzung. Und dahinter steckt meist nichts Kompliziertes.
Erst mal war es ein Impuls, der war da und wurde apruppt gestoppt.

Wer in einem Umfeld groß geworden ist, in dem vieles unausgesprochen blieb, entwickelt oft eine sehr feine Wahrnehmung. Zwischen den Zeilen lesen wird dann selbstverständlich, wenn nicht sogar lebensnotwendig. Stimmungen erfassen, Reaktionen einschätzen, Bedeutung suchen – all das wird früh trainiert. Und Kinder werden darin wahre Meister. Irgendwann kommt der Punkt, in dem Unterscheidungsvermögen wichtig wird. Wann möchte ich diese Qualität einsetzen? Wann nicht. Wie kann ich diese Gabe zu meinen Skills machen, ohne dass meine Skills mich permanent bedingen. Darin liegt eine große Qualität.
Denn feine Signale wahrzunehmen, ist eine Stärke. Solange wir nicht Opfer der Geschehnisse werden und die einzige Antwort darauf Anpassung ist. Die Gewohnheit, etwas innerlich zu beantworten, das im Außen nie wirklich gesagt wurde. Dann reagieren wir auf Spannungen, Vermutungen oder Andeutungen, ohne dass Klarheit da ist.
Kommunikation kann hier ein Schlüssel sein, Wahrnehmung darf ergänzt werden durch Worte.
Was spürbar ist, kann benannt werden. Was unklar bleibt, darf gefragt werden. Schon ehrliches Wahrnehmen kann viel verändern. Plötzlich wird klarer, was eigentlich da ist und was gerade gebraucht wird. Wir kommen wieder in Verbindung, mit uns und mit Anderen. Es geht doch darum, miteinander zu interagieren. Sich zeigen zu dürfen, ohne Angst. Sich als Bereicherung zu empfinden. Offen zu sein und sich dabei sicher zu fühlen.
Manchmal reicht dann ein schlichter Satz. Etwas wird leichter, weil es nicht länger festgehalten werden muss. Und das dient allen.



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